Server based computing im CAD Bereich

Windows Terminal Services wurden von Microsoft erstmals mit Windows NT 4.0 zur Verfügung gestellt und ist unter verschiedenen Namen bekannt geworden: Thin Client Computing; Server based computing, Terminal Server Lösungen, usw. Ursprünglich ist dies eine Technologie die aus dem Unixbereich kommt. Unter diversen Unixderivaten war es schon vor 20 Jahren eine gängige Technologie die gesamte Benutzersoftware, inklusive Desktop, auf einem starken Server zu installieren und auszuführen. An diesem Server waren sogenannte X-Terminals angeschlossen auf denen die Benutzer ihre Arbeit verrichten konnten. Diese X-Terminals verarbeiteten nur die Ein- und Ausgabe - die eigentlichen Anwendungen liefen alle am Server.

Die Firma Citrix hat dieses Konzept auf die Windows Plattform portiert. Alle Windows Programme (Word, Excel, Internet Explorer, usw.) laufen auf einem Server und nur die Ein- und Ausgabe wird von einem Terminal verarbeitet. Der Vorteil dieses Konzeptes liegt auf der Hand: man muss nur auf dem Server alle Programme installieren. Die Arbeitsplätze sind "dumme" Terminals die leicht ausgetauscht werden können. Microsoft hat dieses Konzept von Citrix erstmal bei Windows NT 4.0 übernommen und seit Windows 2000 sind die Terminal Services ein fester Bestandteil der Windows Server Familie.

Neben diesem Terminal Konzept, also der Austausch der Windows Arbeitsplatzrechner durch Terminals hat sich noch eine zweite Variante entwickelt. Dabei werden normale Arbeitsplatzrechner für Word, Excel usw. verwendet; unternehmenskritische Anwendungen (z.B.: ERP Anwendungen) werden jedoch auf einer Terminal Server Farm installiert und die Benutzer starten eine Terminal Server Sitzung beim Programmaufruf, in der wiederum diese Anwendung auf diesem Server ausgeführt wird. Auch hier liegt der Vorteil auf der Hand: es müssen diese unternehmeskritischen Anwendenungen nur auf dieser Terminal Server Farm gewartet werden und diese Anwendungen laufen auch immer in einer vom Rechenzentrum oder IT - Verantwortlichen kontrollierten Umgebung. Auf den Windows XP/Vista Clients müssen nur kleine und einfach zuinstallierende Zugriffsprogramme installiert werden die die Terminal Server Verbindungen aufbauen. Diese Terminal Server Anwendungen integrieren sich so sehr in den Benutzerdesktop dass der Benutzer gar nicht merkt dass die Software eigentlich nicht auf seinem Arbeitsplatzrechner ausgeführt wird.

Auch anderen Betriebssystemen wie Unix, Linux, MacOS X oder OS/2 können so  Windows Programme zur Verfügung gestellt werden.

Ein Problem dieser Technologie sind grafikintensive Anwendungen, vor allem CAD Anwendungen mit "3D Renderings". Da vom Server zum Client (kompremierte) Bitmaps übertragen werden, kann man sich vorstellen dass dies für "3D Renderings" nicht geeingnet ist. Es gibt jedoch auch dafür Lösungen. Die meisten 3D Anwendungen verwenden OpenGL - Befehle zur Ansteuerung der Grafikhardware. Es muss also eine Serverkomponente geben die anstelle der Bitmaps die OpenGL - Befehle zum Client überträgt und dieser schickt alle OpenGL - Befehle zur Grafikhardware. Die Grafikkartentreiber müssen natürlich die Serverbefehle verstehen können. Mit den NVIDIA Quadro FX Karten können aber CAD Anwendungen mit hervorragender Performance auf einem Terminal Server betrieben werden.

Die Terminal Services und deren Erweiterungen von Citrix und Thinanywhere eignen sich ausserdem hervorragend für die Anbindung von Arbeitsplätzen die über eine Internetanbindung mit geringer Bandbreite verfügen, z.B. Heimarbeitsplätze oder kleinere Niederlassungen. Da bei dieser Technologie nur die Ein- und Ausgabe übertragen wird, sonst aber keine Daten über das Netz gesendet werden ist eine ansprechenden Performance möglich. Wird zum Beispiel ein grösseres Textdokument mit einer Grösse von ca. 4 MB vom Heimarbeitsplatz über eine herkömmliche ADSL Verbindung geöffnet wird, kann es vor allem bei der Speicherung des Dokumentes einige Zeit dauern. Da bei der Terminal Server Technologie die Datei im eigenen Netzwerk geöffnet wird (nicht am Heimarbeitsplatz!!!) benötigt auch die Speicherung des Dokumentes nicht mehr Zeit wie wenn Sie vor Ort in ihrem Unternehmen sitzen. Zieht man jetzt in Betracht grosse Grafik- oder CAD-Dateien vom Heimarbeitsplatz zu öffnen so kann das Arbeiten über die Terminal Server Technologie durchaus einen Geschwindigkeitsvorteil um den Faktor 100 bringen.

Siehe auch.